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…und zwar am Sonntag den 20. Januar 2008 von Vilnius über Kopenhagen nach Berlin.

Mitglieder des Empfangskomitees werden gebeten folgende Regeln auf dem Flughafen zu beachten:

– Fahnen dürfen nur bis zu einer Fahnenstangenlänge von 1,40m mitgeführt werden.

– Es wird darum gebeten keine Raketen oder anderweitiges Feuerwerk im Flughafenbereich zu entzünden.

– Transparente, Pappaufsteller nur bis zu einer maximalen Größe von 2 Meter x 1 Meter.

– Keine Freudenfeuer im Flughafenbereich.

Willkommensgeschenke in Form von Bierflaschen (Oettie/voll) sind äußerst willkommen.

– Jubelschreie maximal 5 pro Person und Minute und keinesfalls alle gleichzeitig.

– Wer plant in Ohnmacht zu fallen sollte darauf achten weich zu landen.

– Fanfaren, Trommeln und anderes Gerät zum erzeugen von Lärm darf nicht zum Einsatz kommen.

– Wer sich sorgen macht mich nicht zu erkennen, das offizielle Codewort ist „Shadaim“ alternativ kann auch der „Oetti-Test“ durchgeführt werden.

Geplante Ankunftszeit ist 15:15.

Im Sowjethotel

Während unserem Aufenthalt in Šiauliai mussten wir natürlich auch irgendwo schlafen. Nach einem kurzen Blick in unseren Reiseführer und einem Gespräch, dass sich ungefähr so anhörte: „Ich wär ja für das alte Sowjethotel…“ „Ja, ich auch!“ war schnell geklärt wo wir die Nacht verbringen würden.

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So sieht das 60er Jahre Prachthotel aus. Ob das 13 stöckige Gebäude jemals ausgebucht ist? Mal ehrlich, Šiauliai ist jetzt nicht das Top Reiseziel. Auch wenn man sagen muss, dass der Reiseführer schon etwas veraltet ist. Denn anders als er behauptet ist die Fußgängerzone keineswegs „überholungsbedürftig“ sonder schon sehr schön restauriert und das auch schon seit mehreren Jahren.

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Gleich als wir aus dem Fahrstuhl ausstiegen, erwartete uns diese wunderschöne Sitzgruppe. Echt schick!

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Zimmer 701, welche Sowjetgrößen darin wohl schon genächtigt haben?

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Für Nostalgiker oder Menschen die eine billige Unterkunft suchen ist das Hotel ideal. Man hat das Gefühl es wäre noch komplett so eingerichtet wie vor 40, 50 Jahren. (Inklusive Empfangsfrau, wir spielten ja mit dem Gedanken sie zu fotografieren, ließen es dann aber doch.) Man kann sich wirklich vorstellen wie früher Sowjetgrößen auf der Couch ,(von der ich leider kein Bild habe), saßen und gemütlich Zigaretten rauchten, ein fieser Giftmord oder ein feiges Attentat in diesem Raum stattfand. Ein einmaliges Erlebnis welches ich bestimmt nicht vergessen werde. Das Zimmer ist für den Preis wirklich riesig, also für alle die mal eine aufregende Nacht verbringen wollen, auf ins Hotel Šiauliai. Wer weiß wie lange es noch steht? Das Risiko eines Frühstücks gingen wir nicht ein. 😉

Zitat: „So wie das Hotel aussieht, möchte ich nicht wissen wie das Frühstück aussieht…“

Am Berg der Kreuze

Was klingt wie ein Kapitel aus einem Karl May Roman, ist in Wahrheit ein Wahlfahrtsort und einer der beeindruckensten Orte in Litauen überhaupt. Der Hügel selbst ist zum Teil aufgeschüttet und befindet sich 10 Kilometer von Šiauliai auf der Straße nach Riga.

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Kreuze über Kreuze, ungefähr 55.000 von ihnen stehen in und um den Hügel herum. Die unzähligen kleinen Kreuzanhänger nicht mitgezählt, die man bei den Souvenirhändlern auf dem Parkplatz kaufen kann. Angesichts der Jahreszeit war bei unserem Besuch aber nur ein Händler anwesend.

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Hier sieht man ganz gut die kleinen Anhänger die gerne zu Füßen dieser Jesusstatue gelegt werden. Warum man keine Kerzen anzünden darf, kann sich jeder denken. 😉

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Noch mehr Kreuzanhänger bekommt aber Maria, na hoffentlich führt das nicht zu einem handfesten Familienstreit…

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Oben angekommen. Auch der Papst bestieg 1993 den Hügel, stiftete ein Kreuz und regte den Bau einer Kapelle an. Man enttäuschte Johannes Paul II nicht, aber die Kapelle ist im Laufe der Jahre ziemlich zerfallen.

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In hoc signo vinces – In diesem Zeichen wirst du siegen

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Hier noch ein Überblick über die riesige Anzahl an kleinen Kreuzen.

Frohes neues Jahr!

Ich wuensche allen ein frohes neues Jahr!

 Feiert schoen aber lasst euch folgendes gesagt sein:

– auch den schoensten Boeller muss man mal wegwerfen wenn er erstmal brennt

– ins neue Jahr reinrutschen kann schmerzhaft sein

– und man ist nicht betrunken solange man auf dem Boden liegen kann ohne sich festhalten zu muessen (von Dani geklaut)

in diesem Sinne!

Exkursion nach Estland

Wie schon im vorrigen Beitrag angekündigt war ich die letzten Tage in Estland. Dort hatte ich einige spannende Erlebnisse die ich mit euch teilen möchte. Fangen wir ganz am Anfang meiner Reise an.

Die Hinfahrt. Da ich nicht 6 Stunden meiner Reisezeit in Riga verbringen wollte, hatte ich mich im vorraus dazu entschieden von Vilnius meine Reise anzutreten. Dies stellte sich als kleiner logistischer Fehler heraus. Denn mein Bus war noch keine 5 Meter gefahren als es auch schon einen kleinen Rumms gab. Verwundert schaute ich aus dem Fenster und staunte nicht schlecht. Mein Busfahrer hatte beim Rückwärts ausparken einen anderen Bus gerammt.

 Danach vergingen 45 Minuten in denen ich mich fragte: „Auf was warten wir eigentlich?“ Es war kein eigentlicher Schaden zu erkennen also hätte man auch schon weiterfahren können. Zumindest wäre ich stark dafür gewesen, sofern ich ja meinen Anschlussbus in Riga erreichen musste. Nach 45 Minuten kam gemächlich die Antwort für die Wartezeit herangefahren. Die Polizei stellte sich ein, machte sich nicht einmal die Mühe auszusteigen füllte irgendeinen Wische aus, die Busfahrer unterschrieben.

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Innenansicht des Unfallbusses, man beachte auch die schmucke Mikro im Hintergrund.

Nun könnten wir endlich losfahren dachte ich, doch irrte. Unser Bus wurde eine Viertelstunde durch Vilnius eskortiert, hielt unvermittelt an, der Busfahrer verliess uns ohne Information. Das war mir dann doch ein wenig merkwürdig und ich fragte 2 junge Männer die vorne im Bus saßen, was denn nun schon wieder vor sich gehe. Sie meinten, die Polizisten hätten den Verdacht der Busfahrer könnte Alkohol getrunken haben und müssten ihn testen. Wenn wir Pech hätten, so meinten sie, könnte das auch noch 1 Stunde oder so dauern.

Glücklicherweise erfüllte sich diese Prognose nicht und wir konnten nach 10 Minuten unsere Reise fortsetzen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon soviel Verspätung, dass ich meinen Bus in Riga verpasst hätte. Doch der Busfahrer gab ordentlich Gas, fuhr bestimmt auch zu schnell, aber wenigsten erreichte ich noch pünktlich meinen Bus.  Praktischerweise hatte der auch Verspätung.

In Tartu angekommen wurde ich schon von meinem Bruder erwartet. Ein wenig vermisste ich finstere Gestalten die ich vom Kaunassischen Busbahnhof gewöhnt war an diesem Busbahnhof fehlten sie einfach ersatzlos. Vielleicht war es denen auch schon zu spät, kalt?

Am nächsten Tag stand Stadtbesichtigung auf dem prall gefüllten Terminkalender. Bilder kann ich da noch nicht bieten, da mein Bruder das Fotografieren übernommen hatte und genannte mir noch nicht zur Verfügung stehen.

Am Abend ging es dann zum mir bis dato noch unbekanntem Pub-Crawling. Das Prinzip sieht so aus: Man verabredet sich mit Freunden, Bekannten oder noch völlig Unbekannten und sucht in dieser Konstellation nacheinander verschiedene Bars auf. Wie mir geflüstert wurde kann man das ganze auch mit gewissen Aufgaben würzen, die als Gruppe erfüllt werden müssen, geht natürlich nur wenn man mehrere Gruppen gebildet hat. Mögliche Aufgaben so sagte man mir, wären Gegestände mitgehen lassen etc.

Erste Station war eine Bar deren Namen ich vergessen habe (woran das wohl liegt?) Aufjeden Fall war es eine Bar die eine interessante Cocktailvariante kredenzte, den Biercocktail. Ich entschied mich für Bloody Beer, fatal, Bier mit Tomatensaft schmeckt nicht! Ich trank trotzdem Tapfer aus. Weitere Besonderheit dieser Bar ist es, das man die Bedienung per Knopfdruck rufen kann. Dauerte trotzdem ganz schön lange.

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Tischcam, mittig der Knopf, rechts das Bloody Beer.

Nach diesem eher exotischen Biervergnügen zog es uns in eine Location wo wir uns ein Standardbier erhofften. Wurden aber in diesem Pub schwer enttäuscht, man versuchte uns mit Wein zu verführen, wir blieben unserer Linie treu und gingen.

In der nächsten Gastwirtschaft hatten wir mehr Glück, es gab sogar ein Prima Angebot 3 Bier zum Preis von 2. Kein Wunder das wir dort ein bisschen länger verweilten. Beeindruckend war auch die für Estnische Verhältnisse schnelle Bedienung.

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Dunkeltuten, schmackhaftes A le Coq, Estnisches Bier was man bei dem Namen nicht vermuten würde

Das Pub-Crawling fand seinen Abschluss in der Gegenüber liegenden Bar. Leckerer Cocktail, schnelle Bedienung. 

Zurück im Wohnheim war es natürlich noch lange nicht vorbei. Es folgten mehr Genuß, eine Diskussion ob es einen neuen Krieg gäbe, wenn Russland ein Grenzdorf zerbombt, Streifzüge durch die nächtlichen Gänge, in denen zu nachtschlafender Zeit noch erstaunlich viel los ist. Ein wenn ich recht erinnere Georgischer Student vermisste seine Zimmernummer die irgendwer hatte mitgehen lassen und merkwürdige Leute trugen Blumen durch die Gegend. Sehr seltsam das Ganze.

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Notiz für den Nummernräuber: „Fuck you, who stole the number!“

Es folgte der Besuch in Tallinn, mit Weihnachten und Pipapo, eine frühe Rückfahrt am 26. um 7 zum Teil in einem edlen Luxusbus, die reibungslos verlief. Ich langweile euch nicht länger und entlasse euch mit 2 Bildern.

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Mittelalterliche Gasse in Tallinn, gefällt mir persönlich besser als Vilnius.

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Blick auf den, in Blick auf Deutsche Verhältnisse, eher kleinen Weihnachtsmarkt in Tallinn

Auf nach Estland

Die Weihnachtszeit rückt weiter und in wenigen Tagen steht schon das Highlight, 24. Dezember, an. Warum macht der sich dann auf nach Estland? Fragt  sich da der geneigte Leser.

Seinen Grund hat das Ganze darin, dass wir dieses Jahr Weihnachten in Tallinn feiern werden. Schon morgen werde ich mich auf den Weg machen. Zunächst nach Tartu wo mein lieber Bruder gerade studiert und später dann nach Tallinn, wo wir mit der restlichen Weihnachtsfeierteilnehmern zusammentreffen werden.

Ich denke ich werde in der nächsten Zeit dennoch Zeit finden um ein paar Texte in mein Blog zu stellen. Denkbar ist auch eine erneute Blogkooperation mit eben jenem altbekanntem Bruder!

Mal sehen was ich als Gastgeschenk für meinen Gastgeber aus der Mütze (in Ermangelung eines Hutes) zaubern werde und was es in Tartu so alles zu sehen gibt! Ist das studentische Leben wirklich so wild? Wo wird in Tartu richtig abgefeiert? Wie sieht es in Tallinn aus? Wie gut sind die Estnischen Biere? Sind unter anderem Fragen die ich versuchen werde zu beantworten.

Sollte ich auf meinem Weg zwischen Vilnius und Tallinn verloren gehen, wünsche ich schon im vorraus jedem Leser frohe Weihnachten und ein schönes neues Jahr und verabschiede mich mit folgendem Bild welches ich lvergangenen Sonntag aufgenommen habe.

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Frohe Weihnachten!  

Am Samstag war ich in einen Unfall mit vielen Überlebenden verwickelt, ich befand mich gerade in einem Bus der Linie 3 auf dem Weg nach Hause. Als es auf dem Taikos prospektas passierte, ein Pkw schnitt meine Gefährt und trotz Gefahrenbremsung der Busfahrerin kam es zum Crash.

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Schaulustige, Opfer und beschädigtes Auto.

Hätte ich nicht aufgepasst hätte ich mir sogar fast mein Knie gestossen. Ansonsten kamen alle durch. Laut Presseberichten musste nur das Rücklicht (siehe Bild) stationär mit Tesafilm behandelt werden, konnte aber Abends das Krankenhaus wieder verlassen. Der Bus nahm soweit ich das beurteilen konnte keinen Schaden.

Während die Busfahrerin und der Fahrer des silbernen Autos sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe schoben stieg ich in den Bus 15 und setzte meine Fahrt fort.