Donnerstag Abend, ich komme am Busbahnhof an und erblicke meinen Bruder (Spitzname: Der Tourist) der langsam aber sicher von grimmigen kurzhaarigen Typen in schwarzen Jacken umzingelt zu werden drohte. Winkend komme ich ihm entgegengelaufen um ihn aus seiner misslichen Lage zu befreien. Der Busbahnhof ist kein besonders freundlicher Ort und man sollte schon vor der Ankunft planen wie man moeglichst schnell von ihm wegkommt
Weil mein Bruder eine ganze Weile im Bus sitzen musste entscheide ich das ein kleiner Fussmarsch nicht schaden koennte und wir gehen „ein paar Minuten“ durch den Park zu meiner Unterkunft. In der Auslegung von „ein paar Minuten“ gab es relativ grosse Differenzen, obwohl ich mir alle Muehe gab meinen Bruder mit Kaunasischen Anekdoten zu unterhalten, emfpand er die paar 40 Minuten als „weit“ und „lang“.
Bei mir Zuhause angekommen packte ich dann auch recht zuegig mein Gastgeschenk aus:
Ein Estnischer Edelvodka der Marke Viru Valge Cherry (jaja Cherry Cherry Lady). (Der kleine blaue Elefant ist wirklich auf dem Bild, ihr seit nicht total besoffen..)
Der Vodka wurde dann nach dem Abendessen auch gleich mal „angetestet“ genauso wie ein paar (2) Biermarken. Die Nacht wurde lang und laenger wir hoerten Mucke, groelten mit und tauschten uns ueber alles moegliche aus, immerhin hatten wir uns ja sehr lange nicht gesehen. Als wir am naechsten Morgen erwachten stellten wir aber beruhigt fest, dass wir erstaunlich zivilisiert (mit Zaehneputzen und Co.) ins Bett gekommen waren.
So schlimm kann es also nicht gewesen sein, auch wenn man sagen muss, dass am Morgen eine ziemliche Katerstimmung herrschte und das aufstehen mit einer breiten Palette von Geraeuschen (Murren, Knurren etc.) zelebriert wurde.
Nach dem Fruehstueck gabs dann was fuers Auge, Sightseeing stand auf unserem strammen Zeitplan! Bereitwillig fuehrte ich durch die Altstadt mit seinen Hotspots.
Wie zum Beispiel:

Die Michaeliskirche, die Statue heisst „Mann“ und loeste wegen seinem Standort vor der Kirche und seinem ausgewachsenen sichtbaren aehm Penis einige Kontroversen aus.
Die Burg Kaunas, die frueher vor Feinden schuetzen sollte. War frueher auch eine der modernsten Burgen im Baltikum.
Den Rotuses aikste (Rathhausplatz)
Aber auch ein paar schmudellige Ecken enthielt ich ihm natuerlich nicht vor. Nachdem wir die wichtigsten Dinge gesehen hatten, wurde es auch schon langsam wieder dunkel. Also ab nach Hause wo der Bratpirat uns ein ordentliches Stueck Fleisch briet, dass schneller vom Teller verschwunden war als damals Litauen von der Landkarte als die Russen einmarschierten.
In der naechsten Folge klaeren wir euch darueber auf was der Bratpirat und der Tourist in Vilnius so alles anstellen, wieso es auf dem Busbahnhof in Vilnius sicherer ist und in was fuer komische Restaurants man auf Nahrungssuche geraten kann.



Hallo Sammy,
ja, super Geschichte. Aber ich vermisse noch was: Gibt es kein Foto von euch beiden?
Ach, und wo ist die versprochene Fahrkartenkontrolle-Geschichte???
Mh, muss mal schauen ob da ein Foto existiert.
Aeh ja die werd ich so schnell wie moeglich nachliefern, hab immer einige Zeitprobleme, erlebe ja soviel!