Wie schon im vorrigen Beitrag angekündigt war ich die letzten Tage in Estland. Dort hatte ich einige spannende Erlebnisse die ich mit euch teilen möchte. Fangen wir ganz am Anfang meiner Reise an.
Die Hinfahrt. Da ich nicht 6 Stunden meiner Reisezeit in Riga verbringen wollte, hatte ich mich im vorraus dazu entschieden von Vilnius meine Reise anzutreten. Dies stellte sich als kleiner logistischer Fehler heraus. Denn mein Bus war noch keine 5 Meter gefahren als es auch schon einen kleinen Rumms gab. Verwundert schaute ich aus dem Fenster und staunte nicht schlecht. Mein Busfahrer hatte beim Rückwärts ausparken einen anderen Bus gerammt.
Danach vergingen 45 Minuten in denen ich mich fragte: „Auf was warten wir eigentlich?“ Es war kein eigentlicher Schaden zu erkennen also hätte man auch schon weiterfahren können. Zumindest wäre ich stark dafür gewesen, sofern ich ja meinen Anschlussbus in Riga erreichen musste. Nach 45 Minuten kam gemächlich die Antwort für die Wartezeit herangefahren. Die Polizei stellte sich ein, machte sich nicht einmal die Mühe auszusteigen füllte irgendeinen Wische aus, die Busfahrer unterschrieben.

Innenansicht des Unfallbusses, man beachte auch die schmucke Mikro im Hintergrund.
Nun könnten wir endlich losfahren dachte ich, doch irrte. Unser Bus wurde eine Viertelstunde durch Vilnius eskortiert, hielt unvermittelt an, der Busfahrer verliess uns ohne Information. Das war mir dann doch ein wenig merkwürdig und ich fragte 2 junge Männer die vorne im Bus saßen, was denn nun schon wieder vor sich gehe. Sie meinten, die Polizisten hätten den Verdacht der Busfahrer könnte Alkohol getrunken haben und müssten ihn testen. Wenn wir Pech hätten, so meinten sie, könnte das auch noch 1 Stunde oder so dauern.
Glücklicherweise erfüllte sich diese Prognose nicht und wir konnten nach 10 Minuten unsere Reise fortsetzen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir schon soviel Verspätung, dass ich meinen Bus in Riga verpasst hätte. Doch der Busfahrer gab ordentlich Gas, fuhr bestimmt auch zu schnell, aber wenigsten erreichte ich noch pünktlich meinen Bus. Praktischerweise hatte der auch Verspätung.
In Tartu angekommen wurde ich schon von meinem Bruder erwartet. Ein wenig vermisste ich finstere Gestalten die ich vom Kaunassischen Busbahnhof gewöhnt war an diesem Busbahnhof fehlten sie einfach ersatzlos. Vielleicht war es denen auch schon zu spät, kalt?
Am nächsten Tag stand Stadtbesichtigung auf dem prall gefüllten Terminkalender. Bilder kann ich da noch nicht bieten, da mein Bruder das Fotografieren übernommen hatte und genannte mir noch nicht zur Verfügung stehen.
Am Abend ging es dann zum mir bis dato noch unbekanntem Pub-Crawling. Das Prinzip sieht so aus: Man verabredet sich mit Freunden, Bekannten oder noch völlig Unbekannten und sucht in dieser Konstellation nacheinander verschiedene Bars auf. Wie mir geflüstert wurde kann man das ganze auch mit gewissen Aufgaben würzen, die als Gruppe erfüllt werden müssen, geht natürlich nur wenn man mehrere Gruppen gebildet hat. Mögliche Aufgaben so sagte man mir, wären Gegestände mitgehen lassen etc.
Erste Station war eine Bar deren Namen ich vergessen habe (woran das wohl liegt?) Aufjeden Fall war es eine Bar die eine interessante Cocktailvariante kredenzte, den Biercocktail. Ich entschied mich für Bloody Beer, fatal, Bier mit Tomatensaft schmeckt nicht! Ich trank trotzdem Tapfer aus. Weitere Besonderheit dieser Bar ist es, das man die Bedienung per Knopfdruck rufen kann. Dauerte trotzdem ganz schön lange.

Tischcam, mittig der Knopf, rechts das Bloody Beer.
Nach diesem eher exotischen Biervergnügen zog es uns in eine Location wo wir uns ein Standardbier erhofften. Wurden aber in diesem Pub schwer enttäuscht, man versuchte uns mit Wein zu verführen, wir blieben unserer Linie treu und gingen.
In der nächsten Gastwirtschaft hatten wir mehr Glück, es gab sogar ein Prima Angebot 3 Bier zum Preis von 2. Kein Wunder das wir dort ein bisschen länger verweilten. Beeindruckend war auch die für Estnische Verhältnisse schnelle Bedienung.

Dunkeltuten, schmackhaftes A le Coq, Estnisches Bier was man bei dem Namen nicht vermuten würde
Das Pub-Crawling fand seinen Abschluss in der Gegenüber liegenden Bar. Leckerer Cocktail, schnelle Bedienung.
Zurück im Wohnheim war es natürlich noch lange nicht vorbei. Es folgten mehr Genuß, eine Diskussion ob es einen neuen Krieg gäbe, wenn Russland ein Grenzdorf zerbombt, Streifzüge durch die nächtlichen Gänge, in denen zu nachtschlafender Zeit noch erstaunlich viel los ist. Ein wenn ich recht erinnere Georgischer Student vermisste seine Zimmernummer die irgendwer hatte mitgehen lassen und merkwürdige Leute trugen Blumen durch die Gegend. Sehr seltsam das Ganze.

Notiz für den Nummernräuber: „Fuck you, who stole the number!“
Es folgte der Besuch in Tallinn, mit Weihnachten und Pipapo, eine frühe Rückfahrt am 26. um 7 zum Teil in einem edlen Luxusbus, die reibungslos verlief. Ich langweile euch nicht länger und entlasse euch mit 2 Bildern.

Mittelalterliche Gasse in Tallinn, gefällt mir persönlich besser als Vilnius.

Blick auf den, in Blick auf Deutsche Verhältnisse, eher kleinen Weihnachtsmarkt in Tallinn